23.11.2021, 19 Uhr

Wie Dürers 'Ritter, Tod und Teufel' zu Franz von Sickingen wurde

Zu Albrecht Dürers 550. Geburtstag

Deutsches Romantik-Museum

Frankfurter Goethe-Haus

Mit Gerhard Kölsch

Wie wurde ein früher Kunstforscher zum fantasievoll-fabulierenden Interpreten der Graphiken Albrecht Dürers? Wiederentdeckte Handschriften werfen ein neues Licht auf Henrich Sebastian Hüsgen, der in Frankfurt bekannt ist als Kunstschriftsteller und Sammler der Goethezeit. Der Erfolg seines ersten Verzeichnisses der Dürer-Stiche von 1778 motivierte Hüsgen zu einer Überarbeitung, die im Manuskript vollendet, aber nie publiziert wurde. Fast zweihundert Jahre von der Forschung übersehen, gibt diese Schrift nun unerwartete Einblicke in die Arbeit eines Kunstforschers zwischen Sammlertum und Wissenschaft. Hüsgens beschreibendes Werkverzeichnis wandelte sich zu einer erzählerischen Gesamtschau Dürers voller Topoi und Legenden, die zur national-patriotischen Deutung seiner Werke um 1800 überleitet. 

Dr. Gerhard Kölsch ist Kunsthistoriker und war von 1999 bis 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Freien Deutschen Hochstift, wo er den Bestandskatalog der Gemälde bearbeitete. Er ist freiberuflicher Ausstellungskurator und forscht u. a. zur regionalen Malerei und Graphik des 17. / 18. Jahrhunderts und zur Geschichte Frankfurter Kunstsammlungen. 

Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 4 €
Plätze nach Verfügbarkeit, max. 60 Personen.