Das Projekt

Die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik, die derzeit in den Archivkellern des Freien Deutschen Hochstifts liegt, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist das Ziel des Deutschen Romantik-Museums.

Erweiterung des Frankfurter Goethe-Hauses: Das Deutsche Romantik-Museum

Die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik, die derzeit in den Archivkellern des Freien Deutschen Hochstifts liegt, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist das Ziel des Deutschen Romantik Museums, das zur linken Seite des Goethe-Hauses gebaut wird.

Das Museum der deutschen Romantik am Großen Hirschgraben
in Frankfurt am Main

Das Museum der deutschen Romantik soll den Erinnerungsort für eine Schlüsselepoche der deutschen und europäischen Geistesgeschichte bilden. Die Epochen der Aufklärung, der Klassik und der Moderne sind in Wolfenbüttel, Weimar und Marbach mit Museen von Weltgeltung vertreten. Hingegen gibt es weltweit noch keine vergleichbare Institution für die geistige Bewegung der Romantik. Diese Epoche wird international mehr als jede andere Zeitspanne westlicher Kultur mit Deutschland identifiziert. Auf der Grundlage der einzigartigen Sammlungen des Freien Deutschen Hochstifts soll sie in einem modernen interaktiven Museum präsentiert werden. Im Dialog mit Goethe-Haus und -Museum am Großen Hirschgraben in Frankfurt am Main – einer der ersten Adressen der Kulturnation Deutschland – wird das Deutsche Romantik-Museum einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung und zur Reflexion europäischer Identität leisten.

Basis für dieses evident fehlende Museum ist die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik, die in den vergangenen 100 Jahren vom Freien Deutschen Hochstift, dem Träger des Goethe-Hauses seit 1863, hier zusammengetragen wurde. In den Archivkellern finden sich, der Öffentlichkeit unbekannt, die international umfangreichsten und vielseitigsten Bestände zu den Schlüsselfiguren der Epoche von Novalis über die Geschwister Brentano bis zu Joseph von Eichendorff. Sie wird ergänzt durch hochkarätige Sammlungen im Bereich der bildenden Kunst und der Alltagskultur der Zeit. Gleichzeitig ist das Hochstift seit einem halben Jahrhundert als international anerkanntes Forschungsinstitut zur Literatur der deutschen Romantik tätig.

Gegenwärtig bietet sich die historische Chance, den schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelten Plan in unmittelbarer Nachbarschaft des Goethe-Hauses zu realisieren. Durch den im Frühjahr 2012 erfolgten Auszug des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ist das südlich direkt an das Goethe-Haus angrenzende Gelände jetzt zu Abbruch und Neubebauung frei geworden; es wird von der Stadt Frankfurt in Erbpacht zur Verfügung gestellt.

Das geplante Museum soll ein breites und heterogenes Publikum anziehen. Das direkt angrenzende Goethe-Haus hat zur Zeit schon ca. 100.000 Besucher im Jahr. Die Zielgruppen des neuen Hauses werden denen des Goethehauses ähnlich sein:

  • Die literatur-, kunst- und geschichtsinteressierten Besucher und Bildungseinrichtungen (Schulen, Volksschulen, Hochschulen usw.) aus der ganzen Bundesrepublik,
  • ein besonders an der deutschen Kultur und Literatur interessiertes Expertenpublikum,
  • die touristischen Gäste aus aller Welt (mit einem hohen Anteil asiatischer Gäste).

Das neue Museumsgebäude soll sich unmittelbar an die südliche Grundstückgrenze des Hochstiftgeländes anschließen. Vorgesehen sind Ausstellungsflächen von ca. 400 qm für die Gemäldegalerie der Goethezeit, 400 qm für die Epoche der Romantik, 400 qm Wechselausstellungsbereich sowie ein Eingangsbereich mit Kasse, Funktionsräumen, Museumsladen. Er wird dem neuen Museum zugleich mit dem benachbarten Goethe-Haus ein angemessenes Entrée bieten. Aus den Ausstellungsräumen fällt der Blick auf die rückseitige Fassade und den Hof des Goethe-Hauses, auf den Goethe-Garten und den historischen Teil der Hochstiftsgebäude. Der Wechselausstellungsbereich erhält eine direkte Anbindung an die Kellermagazine des Hochstifts.

Das europäische Romantikverständnis wird Inhalt und Botschaft des Museums sein. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Goethe-Haus und -Museum trägt es zentral der Tatsache Rechnung, dass Goethe selbst weltweit als der wichtigste deutsche Romantiker gilt. Im Zentrum der Auseinandersetzung mit den kulturellen Leistungen der für die deutsche Geschichte und Politik folgenreichen Epoche wird im neuen Museum die Frage nach den literarisch und philosophisch fundierten Konturen des modernen westlich-europäischen Menschenbildes und dessen Realisierung im demokratisch verfassten Staat stehen. Im romantischen Aufbruch des ausgehenden 18. Jahrhunderts liegen wesentliche Wurzeln dieses Bildes. Dieser Aufbruchsgedanke wurde entscheidend vom jungen (Frankfurter) Goethe inspiriert, dessen spätes Konzept einer ‚Weltliteratur’ wiederum nicht ohne die europäischen Romantiker denkbar ist.

Das Ausstellungskonzept wird die Präsentation von hochkarätigen Originalen (Manuskripte, Graphik, Gemälde, Gebrauchsgegenstände) mit interaktiven und experimentellen Ausstellungsformen verbinden. Geplant ist ein ‚Erlebnismuseum’. Es soll eine multimediale – im romantischen Sinn synästhetischeUmsetzung von Schlüsselideen, Basiswissen und Personennetzwerken bieten. Ein breites Publikum kann dann im romantischen Zusammenspiel von Emotion und Reflexion den Errungenschaften einer gesamtkulturellen Bewegung und literarischen Blütezeit begegnen. Die Ideen der Romantik sind weit über die engeren Epochengrenzen hinweg (1790-1850) wirksam geblieben, sie haben Deutschland bis heute geprägt. 

Für die Erstellung des neuen Gebäudes und die Einrichtung der Dauerausstellung einschließlich sämtlicher Museumstechnik wurde vorab eine Höchstsumme von 16 Mio. Euro kalkuliert. Davon müssen vom Hochstift 8 Mio. Euro aufgebracht werden. Land und Bund werden sich mit jeweils 4 Mio. Euro beteiligen. Die Stadt Frankfurt stellt das Grundstück bereit und übernimmt darüber hinaus 1,8 Mio. Euro. Eingeworben wurden vom Freien Deutschen Hochstift inzwischen rund 6,2 Mio. Euro (Deutsche Bank AG, Ernst Max von Grunelius-Stiftung, Karsten Greve, Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Privatspenden sowie Zuwendungen von privaten Stiftungen). Die Bauzeit ist mit zwei Jahren veranschlagt, die Eröffnung des Museums für 2020 vorgesehen.

Der Architektenwettbewerb: Das Deutsche Romantik-Museum nimmt Gestalt an.

Im Wettbewerb für die Goethehöfe mit dem Deutschen Romantik-Museum in Frankfurt am Main verständigte sich die Jury am 24.9.2014 in der zweiten Runde der Konkurrenz einstimmig auf den städtebaulichen Entwurf des in Frankfurt ansässigen Büros Landes & Partner. Das Museum selbst soll nach einem Entwurf des Architekten Christoph Mäckler auf dem architektonischen Fußabdruck von Michael A. Landes entstehen. Für den Bau der Wohnungen, die Integration des Cantate-Saals und die „Goethehöfe“ als Ensemble legte sich die Jury auf Entwürfe aus dem Büro Landes & Partner fest. Beide Büros bilden nach dem  Urteil der Jury die Planungsgemeinschaft „Goethehöfe  - Deutsches Romantik-Museum“.

Insgesamt haben fünfzehn Architekturbüros Entwürfe für die „Goethehöfe“ eingereicht, die direkt neben dem Frankfurter Goethe-Haus im Großen Hirschgraben entstehen sollen. Das Bauprojekt umfasst neben dem Deutschen Romantik-Museum eine innerstädtische Wohnanlage, einen großzügigen Hof sowie eine Spielstätte für die Fliegende Volksbühne.

Bauherr für das Projekt ist die ABG Frankfurt Holding.

Die Museographie konnte nach Abschluss der öffentlichen Ausschreibung im Herbst 2016 an die Arbeitsgemeinschaft der renommierten Architekten und Ausstellungsgestalter Bach Dolder + KatzKaiser (Köln / Darmstadt) vergeben werden, die bundesweit zahlreiche Ausstellungen in namhaften Häusern gestaltet haben; darunter in Frankfurt das Städelmuseum, das Jüdische Museum und das Goethehaus. Das Büro KatzKaiser wurde überdies durch die Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle, am neuen Sitz der Europäischen Zentralbank, bekannt.

Der Spatenstich fand am 13. Juni 2016 statt. Das Richtfest erfolgte am 11. September 2017. Die Bauzeit ist mit zwei Jahren veranschlagt, die Eröffnung des Museums für Frühjahr 2020 vorgesehen.
 

Bauen Sie mit uns das Deutsche Romantik-Museum.

Die Realisierung des Deutschen Romantik-Museums, das weit über Frankfurt hinaus die Kulturlandschaft der Bundesrepublik bereichern würde, benötigt noch zahlreiche Unterstützer. Daher sind wir auf der Suche nach kulturinteressierten Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen, die einen Beitrag für das einzigartige Museum leisten wollen.

Kontakt
Kristina Faber (Leitung Fundraising, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Deutsches Romantik-Museum)
Tel.: 069 13880 217
E-Mail: romantikmuseum@goethehaus-frankfurt.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Modellansicht Deutsches Romantik Museum