Die beiden späteren Freunde Friedrich von Hardenberg und Friedrich Schlegel wurden im Jahr 1772 geboren. Das 250. Jubiläum der Geburt dieser beiden Frühromantiker ist Anlass für eine sechsteilige Ausstellung im Handschriftenstudio, einen Workshop, und diverse Lese-Veranstaltungen. Gezeigt wird einer der großen Schätze des Freien Deutschen Hochstifts: der fast vollständig erhaltene Briefwechsel Hardenbergs und Schlegels, von der ersten Begegnung in der Studienzeit in Leipzig 1792 bis zu Hardenbergs Tod im Jahr 1801, sowie die in diesen Texten aufbewahrte historische Lebenswelt.

Das Erkenntnisinteresse der Ausstellung, die von Prof. Dr. Nicholas Saul (University of Durham, UK) und Prof. Dr. Johannes Endres (University of California, Riverside, USA) konzipiert wird, gilt dem persönlichen Verhältnis beider Schriftsteller als gemeinsamen Schöpfern der Frühromantik und ihrer Auffassung des modernen Menschen, der sich durch Symphilosophie und Sympoesie, durch gemeinschaftliches Denken und Dichten, selbst erfindet. Hardenberg und Schlegel haben in völlig neuartiger Weise dialogisch zusammengelebt und gearbeitet und sich als Seelenverwandte in freizügigen Wohngemeinschaften und republikanischen Mikrokosmen entfaltet. Ein Hauptaugenmerk gilt der geheimnisvollen Präsenz des Menschen im Buchstaben des Briefes.

Die Ausstellung ist als eine sechs Episoden umfassende Fortsetzung mitsamt anschließendem Workshop angelegt:

26.4. Erster Teil: „Schreib ja bald, ich werde dann mehr und besser schreiben“

10.5. Zweiter Teil: „Etwas zu schreiben und zu heiraten, ist Ein Ziel fast meiner Wünsche“

24.5. Dritter Teil: „Meine sokratische Verstellungskunst“

7.6. Vierter Teil: „Es sind Bruchstücke des fortlaufenden Selbstgesprächs in mir – Senker“

21.6. Fünfter Teil: „Ich bin eine grammatische Natur und verstehe Dich besser geschrieben als sprechend“

5.7. Sechster Teil: „… indes aufrichtig wär ich doch lieber tot“

Ein Workshop zur Ausstellung, der Friedrich von Hardenbergs und Friedrich Schlegels Korrespondenzen mit namhaften Autorinnen ihrer Zeit zum Gegenstand hat, ist für den  30.6.  und  1.7. unter  der  Leitung  der  Literaturwissenschaftlerin  Prof. Dr. Frederike Middelhoff (Johann Wolfgang Goethe- Universität Frankfurt) geplant.